Schweizer Messer, Schweizer Offiziersmesser oder Schweizer Armeemesser (in der Schweiz Sackmesser genannt, von „Hosensack“, der Schweizer Bezeichnung für Hosentasche) sind die bekanntesten und am häufigsten verkauften Taschenmesser. Ein Merkmal der Schweizer Messer ist, dass neben einer Klinge noch weitere Werkzeuge in das Messer integriert sind. Üblicherweise haben die im zivilen Handel erhältlichen Messer rote Griffschalen aus Kunststoff und tragen das Schweizer Kreuz als Erkennungszeichen. Das ursprüngliche Schweizer Messer wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die Soldaten der Schweizer Armee entwickelt, um unterschiedliche im Felde anfallende Aufgaben in einem einzigen kompakten und leichten Werkzeug zu vereinen. Aufgrund dieser Eigenschaft sind Schweizer Messer bis heute bei Personen beliebt, die Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Camping oder Überlebenskunst betreiben. Die beiden Hersteller des originalen Schweizer Messers sind das Unternehmen Victorinox aus dem deutschsprachigen Kanton Schwyz und bis 2005 das Unternehmen Wenger aus dem französischsprachigen Kanton Jura.

2005 wurde Wenger von Konkurrent Victorinox aufgekauft, da es seit 2001 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war, wurde aber noch bis 2013 als eigene Marke weitergeführt. Nach Angaben von Victorinox wollte man mit dieser Übernahme in erster Linie verhindern, dass Wenger von ausländischen Investoren aufgekauft würde, wodurch man eine Rufschädigung für die Schweizer Messer befürchtete. Die ursprüngliche Ausstattung mit Klinge, Dosenöffner, Schlitzschraubendreher und Ahle wurde bei zivilen Modellen inzwischen je nach Version um etliche Werkzeuge erweitert, so existieren Schweizer Messer beispielsweise mit Holzsäge, Schere, Metallfeile oder Korkenzieher. Zivile Modelle haben zusätzlich in der Regel einen Zahnstocher und eine Pinzette, die in separaten Steckfächern in den Griffschalen sitzen. Einige Versionen sind auf spezielle Zielgruppen ausgerichtet, so gibt es Schweizer Messer mit Fischentschupper für Angler oder mit Rasenheber für Golfer.